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Krienser Handballer Daniel Fellmann beendet seine glanzvolle Karriere im Leistungssport

Der HC Kriens-Luzern ist im Playoff-Viertelfinal nach der 21:22-Heimniederlage gegen Bern Muri ausgeschieden. Die Hoffnung, dass die Karriere von Handball-Legende Daniel Fellmann noch etwas länger dauert, hielt bis zur Schlusssirene.

Am Schluss kamen die Tränen: Mit einer knappen 21:22-Niederlage des HC Kriens-Luzern endete die grosse Spielerkarriere von Daniel Fellmann. Die gegnerischen Spieler des BSV Bern Muri standen nach kurzem Jubel über die Halbfinalqualifikation Schlange, um sich beim 34-Jährigen zu verabschieden. Und als der Krienser Kreisläufer und Defensivspezialist zum besten Spieler seines Teams gekürt wurde, erhoben sich sämtliche 1100 Zuschauer in der Krauerhalle – auch die Fans der Berner – für eine minutenlange stehende Ovation. Von «Gänsehaut-Gefühlen» sprach danach der Trainer und CEO des HCK, Nick Christen. «Daniel hat Jahrzehnte für den Handball gelebt. Er hat sich diesen Abgang verdient.»

Wenig später hatte sich der Vorzeigesportler schon wieder gefasst. «Ich bin froh, dass es erst ganz zum Schluss klar war, dass dies mein letztes Spiel sein würde», meinte der 120-fache Internationale mit einem Lächeln. «Ich weiss nicht, wie ich es sonst auf dem Feld ausgehalten hätte.»

Der Malterser Daniel Fellmann machte seine ersten handballerischen Schritte 1991 bei seinem Stammverein HC Malters. Auf die Saison 2000/01 wechselte er zum damaligen B-Ligisten BSV Luzern, der kurze Zeit später in der SG Stans/Luzern aufging. Zusammen mit dem heutigen Weltklasse-Handballer Andy Schmid war Daniel Fellmann massgeblich am Höhenflug der SG Stans/Luzern beteiligt. Das enorme Potenzial des damaligen Rückraumspielers blieb auch der Konkurrenz nicht verborgen: Nach geschafftem Aufstieg in die SHL wechselte Daniel Fellmann zusammen mit Andy Schmid zum GC Zürich und drei Jahre später zum ZMC Amicitia Zürich. So wurde er Teil eines Topbesetzten Spitzenclubs, mit welchem er kurze Zeit später Cupsieger und zwei Mal Schweizermeister wurde und in der Champions League gegen Topclubs antrat.

2011 kehrte Daniel Fellmann in die Innerschweiz zurück und wurde beim HC Kriens-Luzern zur Identifikationsfigur der letzten Jahre. Als Leaderfigur wusste Daniel Fellmann mit Engagement, Leidenschaft und Kampfgeist zu überzeugen und war ein wichtiges Element auf dem Weg der Zentralschweizer in die nationale Spitze. In der Zeit von 2003 bis 2016 war Daniel Fellmann auch in der Nationalmannschaft aktiv, absolvierte 118 Länderspiele (198 Tore) und durfte an zwei EM-Endrunden ('004 und '06) teilnehmen.

Jetzt hat sich Daniel Fellmann entschieden, künftig private und berufliche Projekte zu priorisieren. Er hat heute seine glanzvolle Karriere im Leistungssport beendet. "Ich habe mir den Entscheid nicht leicht gemacht," gesteht Daniel Fellmann. "Denn die Freude am Sport und an der Herausforderung waren nach wie vor da." Deshalb wollte er die abgeschlossene Saison mit Finalrunde und Playoffs als Abschiedstour spielen. "Ich finde, es ist auch eine Chance, nach intensiven Jahren selbstbestimmt dann aufhören zu können, wenn ich es will." Letztlich sehe er es als Chance, nach 18 Jahren Spitzenhandball eine neue Phase des Lebens zu starten, die ihm mehr eigenen Entscheidungsspielraum ermögliche: "Ich möchte diesen Freiraum für meine Familie und meine berufliche Entwicklung einsetzen." So wird Daniel Fellmann auch beruflich neue Aufgaben übernehmen. Aktuell arbeitet der ausgebildete Sekundarlehrer im Teilzeitpensum als Werklehrer der Volksschule Kriens.